Donnerstag, 23 Feb 2012
 
 
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2000 – Das erste Jahr

btw-werstatt Als nach der Vereinsgründung und der Aufnahme in das Verzeichnis der gemeinnützigen Organisationen des Amtsgerichts langsam auch die Mittel aus richterlich auferlegten Geldbußen flossen, konnte zunächst die Unterstützung der bereits laufenden Maßnahmen der JAA wie der Kauf von Werkzeugen und Materialien für den Mal- und Kunstunterricht, Organisation und Beschaffung von Geräten und Zubehör für Sportveranstaltungen unterstützt werden. Auch eigene Initiativen wie die Einrichtung eines Erste-Hilfe-Kurses und die Verpflegung der Besucher beim "Tag der offenen Tür" konnten beginnen.

 

2001 – Sport im Mittelpunkt

Alter SportplatzIm Jahr 2001 wurde der Fußballplatz auf dem Gelände der Jugendarrestanstalt aus Vereinsmitteln neu angelegt. Aus diesem Anlass fand ein "Einweihungsturnier" zwischen Jugendrichtern, Jugendstaatsanwälten, Rechtsanwälten und Arrestanten der JAA statt, das der Verein mit Trikots, Bällen und einem Pokal sowie Getränken unterstützt hat.

Ein zweiter Schwerpunkt bestand in der Neuausstattung des Fitnessraums der FitnessraumJAA. Der Verein beschaffte Geräte mit dem Schwerpunkt Ausdauertraining und verpflichtete sich, für eine regelmäßige Wartung der Geräte zu sorgen. Eine kleine Musikanlage und eine Spiegelwand ergänzen das Angebot, das jetzt hohe Akzeptanz beim laufenden Sportunterricht genießt.

Daneben wurden die klassischen Unterstützungsmittel für den Bastel-, Werk- und Kunstunterricht eingesetzt. Im Medienbereich finanzierte der Verein ein Videogerät und Fernsehgeräte für die Stationen I und II. Die GEMA-Gebühren werden seitdem jedes Jahr ebenfalls vom Förderverein übernommen.

 

2002 – „Tag der offenen Tür“ und soziales Training

Für den alle zwei Jahre stattfindenden "Tag der offenen Tür" wurden wieder die Verpflegung der Besucher mit Speisen und Getränken (Kaffee, Kuchen, Selters, Grillgut) sowie ein musikalisches Rahmenprogramm übernommen. Der Verein präsentierte sich an einem eigenen Stand mit Fotostellwand, Informationsmaterial und einer CD. Zu diesem Anlass konnten auch Geld- und Sachspenden von Firmen, die der JAA seit Jahren verbunden sind, eingeworben werden. Die Medienarbeit wurde mit der Anschaffung von zwei Fernsehern und Ersatzbeschaffung von Zubehör für die Computer zum Unterricht unterstützt. Erstmals fand auf Initiative des Geschäftsführers der JAA ein sozialer Trainingskurs statt, der die Bearbeitung von Provokation und Aggression im Rahmen von Rollen-spielen und praktischen Übungen zum Thema hatte. Hier förderte der Verein die Honorar mittel des zusätzlichen Trainers und das Material für den fünftägigen Kurs, der dreimal im Jahr angeboten wurde. Bei einer differenzierten Evaluation und Befragung der Arrestanten ergab sich eine hohe Akzeptanz des Kurses von 70%, welche die Maßnahme als sehr nützlich für ihren weiteren Lebensweg bewerteten.

Im Sportbereich wurden weitere Folgekosten für den Fitnessraum, der Bau einer Torwand auf dem Außengelände der JAA und weitere Sportartikel für den Freizeitbereich sowie die Verpflegung der Teilnehmer des Fußballturniers finanziell unterstützt. Auch Aktivitäten außerhalb der JAA sowie bei Arbeiten von Arrestanten beim Verein "Teltower Platte" werden mit der Finanzierung von Tickets bzw. von Getränken vom Förderverein unterstützt. Fußball hat schon eine lange Tradition in der Jugendarrestanstalt Berlin: Fritz Walter besuchte bereits im Jahr 1983 im Auftrag der Deutschen Sporthilfe die JAA am damaligen Standort Alt-Moabit und überreichte Sportgeräte und Fußbälle.

 

2003 – Beschäftigungstherapeutische Werkstatt und EDV

Förderschwerpunkt des Fördervereins in diesem Jahr war die Einrichtung der "Beschäftigungstherapeutischen Werkstatt" (BTW), die nach Vorlage eines überzeugenden Konzeptes eine systematische Verknüpfung und Intensivierung von Beschäftigungsmaßnahmen der Arrestanten wie Holz-, Glas- und Malarbeiten, Gruppenunterricht (EDV-Maßnahmen), strukturierte Sport- und kulturelle Angebote bei einer Betreuung und Anleitung durch Vollzugsbedienstete vorsieht und sich als geschlossenes Aktivprogramm während des Arrestvollzugs darstellt. Zu diesem Zweck hat der Förderverein eine kräftige Anschubfinanzierung für Werkzeuge, Maschinen, Spanabsauganlage und Material ermöglicht, um die dauerhafte Verankerung dieses Maßnahmenpakets in der JAA zu unterstützen.

 

Der soziale Trainingskurs hat dreimal stattgefunden, wobei wieder das Honorar des Dozenten und Arbeitsmaterialien vom Förderverein finanziert wurden. Auch die Sportaktivitäten nahmen wieder großen Raum ein: Vier Tischtennisplatten, eine besonders strapazierfähige für den Außenbereich und das Fußballturnier am 1. Juni, ein Volleyball-Turnier am 27. August sowie das Sportfest der JSA am 4. Juni wurden mit Getränken, Pokal und Mannschaftskleidung vom Förderverein finanziell unterstützt.

Bei der Medienarbeit wurde eine völlige Neuausstattung des Computerraums mit Rechnern, Tastaturen und Software vorgenommen. Die acht Rechner wurden untereinander vernetzt damit der Dozent beim Unterricht (insbesondere Hardware-Grundlagen, Lebenslauf, Bewerbungen) jederzeit korrigierend auf die Rechner der Arrestanden zugreifen kann. Weiterhin wurde eine Videokamera beschafft, die regelmäßig für soziale Trainingsmaßnahmen eingesetzt wird.
Weitere Beschäftigungsaktivitäten der JAA wie Teichbau, Malgruppe, Radtouren, Backgruppe und die Verpflegung bei Arbeitseinsätzen wurden finanziell vom Förderverein unterstützt ebenso wie die Anschaffung eines PKW-Anhängers zum Transport von Möbeln aus Spenden, Arbeitsmaterial und Baustoffen.

 

2004 – Gedenken an den Gründer des Fördervereins

Schwerpunkte der Tätigkeit des Vereins waren die Erweiterung der BTW, die Präsentation zum "Tag der offenen Tür" und die Aktivitäten zum Gedenken an unser verstorbenes Gründungsmitglied und ehemaligen Vollzugsleiter Hans Dasch.

Gedenken an Hans Dasch

Am 20. April 2004 fand für den ehemaligen Vollzugsleiter und Gründungsmitglied des Vereins eine Gedenkveranstaltung statt, an der neben den Angehörigen Herr Staatssekretär Flügge und weitere leitende Mitarbeiter der Senatsverwaltung für Justiz, Mitglieder unseres Vereins, Mitarbeiter der Jugendarrestanstalt und des "Vereins der leitenden Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen im Justizvollzug" teilnahmen. In gemeinsamer Trauer wurde ein Walnussbaum zum Gedenken an Hans Dasch gepflanzt, zu dem der Förderverein ebenfalls einen Beitrag geleistet hat.

 

 

Die enge Verbundenheit von Herrn Dasch mit dem jährlich stattfindenden Fußballturnier war Anlass, diese Veranstaltung als "Hans-Dasch-Gedenkturnier" weiter zu führen, um den beliebten Anstaltleiter in guter Erinnerung zu halten. Auch im Jahr 2004 wurde wieder ein Turnier veranstaltet und der Verein finanzierte die Verpflegung, den Pokal und die Mannschaftstrikots.

 

 

Beschäftigungstherapeutische Werkstatt (BTW)

Für die BTW wurden zum weiteren Ausbau Maschinen, Werkzeuge und Werk-/Bastelmaterial beschafft. Da auch der laufende Betrieb durch ausgewählte Vollzugsbedienstete dauerhaft sicher gestellt werden konnte, wird diese Investition, die auf einem durchdachten Maßnahmekonzept beruht, als ein "Aushängeschild" der sinnvollen Beschäftigungsaktivitäten der JAA langfristig Bestand haben.
Zur weiteren Förderung von sportlichen Aktivitäten gehörten die Wartung des Fußballplatzes, die Anschaffung von Sportgeräten und Spielen für die Freizeitphasen des Arrests. Daneben erhielten die Mal- und Kochgruppe, Außenarbeiten bei der "Teltower Platte die jeweils erforderliche finanzielle Unterfütterung vom Verein.
Erstmals hat der Förderverein im Jahr 2004 in der Zeit des noch nicht verabschiedeten Haushaltsplans die Zwischenfinanzierung einer Honorarkraft für die Malgruppe übernommen, was der finanziellen Ausnahmesituation geschuldet war. Weiterhin wurde wieder ein sozialer Trainingskurs "Anti-Gewalttraining" mit Integration eines Erste-Hilfe-Kurses durch Übernahme der Honorar- und Materialkosten unterstützt. Da dieser Trainer künftig nicht mehr zur Verfügung steht, ist eine Neukonzeption der Maßnahme geplant, die sich als "Soziales Kompetenztraining" und verpflichtende Gruppenveranstaltung für alle Neuzugänge mit den Themen: "Gewalt und Problembewältigung im Alltag", „Drogen- und Suchtprävention", "Ethik" und "Vor- und Nachbereitung von Gerichtsverhandlungen" darstellt. Es ist geplant, eine kraftvolle Anschubfinanzierung für diese sinnvolle Aktivität aus Vereinsmitteln zur Verfügung zu stellen.
Wie gewohnt, hat der Verein für den "Tag der offenen Tür" wieder die Verpflegung der ca. 200 Besucher sicher gestellt und es entstand nach der Begrüßung durch Frau Senatorin Schubert und unter reger Beteiligung von Presse und Fernsehen eine geglückte Veranstaltung, an der neben dem Fachpublikum auch aus der Nachbarschaft viele Besucher teilnahmen. Der Verein war wieder mit einem eigenen Stand vertreten, der Schwerpunkt lag in diesem Jahr bei der Mitgliederwerbung, die mit drei Neueintritten zu diesem Anlass erfolgreich gestaltet werden konnte.

2005 – DVJJ-Tagung und der Umbau von Haus II

Vom 24.-28. April 2005 fand die 14. Tagung der Deutschen Vereinigung für Jugendrichter und Jugendgerichtshilfen e.V. (DVJJ) in Berlin statt, an der viele Vereinsmitglieder teilnahmen, Arbeitsgruppen leiteten bzw. Referate hielten. Dabei standen die Darstellung und Anwendung der Belohnungs- und

Bestrafungssysteme in der JAA, der Warnschussarrest sowie Ziele und Aufbau eines Fördervereins in Zeiten leerer Kassen der Länderhaushalte im Mittelpunkt. Die JAA konnte besichtigt werden und den hohen Standard ihrer Arbeit präsentieren, was bei den Teilnehmern der Tagung auf große Akzeptanz stieß. Der Verein hat für die elf Teilnehmer der Jugendarrestanstalt einen Zuschuss zu den Tagungskosten übernommen.

Die umfangreichen und langwierigen Umbauarbeiten im Haus II der Jugendarrestanstalt, die den Einbau von Waschbecken und Toiletten in den Arresträumen und die Renovierung des gesamten Gebäudes umfassten, wurden von Vereinsmitgliedern dazu genutzt, auch in den Aufenthaltsräumen der Arrestanten strapazierbare, fest installierte Sitzelemente und Fernsehkonsolen einzubauen, wofür

der Förderverein das Material finanzierte. Auch extrem robuste Tischtennisplatten mit einem selbst entwickelten stabilen Unterbau sorgen nun für eine langfristige und belastbare Nutzung der Arrestanten. Der gesamte Innenbereich des Hauses wurde von Arrestanten unter Anleitung von Mitarbeitern der JAA erfolgreich renoviert.
Auch die BTW hat in diesem Jahr wieder eine kräftige Finanzspritze vom Verein erhalten, die für unterschiedlichste Werkmaterialien wie Glas, Holz, Farben und Werkzeuge sowie die Ausstattung der Aufenthaltsräume genutzt wurde. Im kommenden Jahr ist ein Erweiterungsbau der BTW geplant, der ggf. zu einem Ausbau der Förderung führen wird.
Am 29.05.2005 fand in der JAA zum zweiten Mal das “Hans-Dasch-Gedenkturnier“ statt. Bei herrlichem Wetter und warmen Temperaturen trafen sich sieben Mannschaften, um vor begeisterten Zuschauern den begehrten Wanderpokal zu erringen. Nach stark umkämpfter Vorrunde und spektakulären Semi-Finals errang in einem packenden Endspiel, das mit Neunmeter¬schießen entschieden wer-den musste, zum zweiten Mal die nervenstarke Mannschaft aus Bediensteten der JAA den Siegerpokal. Wieder beteiligten sich Anwälte, Jugendrichter, Bewährungshelfer, die JAA Königs Wusterhausen und die Arrestanten der JAA Berlin am Turnier. Den geselligen Ausklang des Turniers am Grill unterstützte der Förderverein mit Bratwurst und Getränken. So blieb noch Zeit für Gespräche am Rande, die auch die eine oder andere Idee für Aktivitäten des Vereins zutage förderte.

 

 

 

Modulares Kompetenz-Training (MKT)

Im November hat eine neue sozialpädagogische Maßnahme an der Jugendarrestanstalt begonnen, die als „Modulares Kompetenztraining“ den Arrestanten die Bearbeitung sozialer Problembereiche ermöglichen soll, wobei für eine definierte Gruppe (mindestens eine Woche Arrest, deutschsprachig) die Teilnahme verpflichtend ist. Einzelmodule wie Täter-Opfer-Ausgleich, Umgang mit Aggressionen und Gewalt, Beratung zu Ausbildung und Wohnen, Verkehrserziehung, Aids-Prävention, Erste-Hilfe- und PC-Kurse werden von externen Lehrkräften und Bediensteten der JAA angeboten. Dabei sind schon bisher bestehende Einzelmaßnahmen zu einem integrierten Maßnahmenkonzept verbunden und in den Alltagsablauf der Anstalt integriert worden. Eine wissenschaftliche Evaluierung des MKT wird ab 2006 stattfinden. Der Förderverein hat einige Sachkosten für Unterrichtsmaterialien finanziert, die ursprünglich eingeplanten Mittel für eine externe Honorarkraft wurden nicht abgerufen, weil die Kosten doch noch von der Senatsverwaltung für Justiz übernommen wurden.

Erstmals konnte der Förderverein nach längerer Vorbereitungszeit in diesem Jahr einen gut gestalteten Internetauftritt präsentieren, der laufend aktualisiert wird und Beiträge zur Geschichte und zu Leistungen des Fördervereins enthält.

Bei Aufbau und der Pflege der Internetseite hat unser Vereinsmitglied und Administrator Herr Stickel wertvolle Arbeit geleistet. Ein Blick in die Seite lohnt sich auch für Außenstehende, die den Verein noch nicht kennen.
Für die spontan durchgeführten Beschäftigungsangebote der JAA wie Kochgruppen, Arbeitseinsätze auf der "Teltower Platte", und Ausflüge (Fahr- und Eintrittskarten, Getränke) sind wie in den Jahren zuvor die Kosten vom Förderverein übernommen worden.
Eine weitere im Jahr 2005 gestartete Aktivität der JAA ist die Beschaffung eines Gewächshauses, wobei in einer Arbeitsgruppe die Zucht von Blumen, Gemüse, Kräutern und anderen Kleinpflanzen geplant und die Auspflanzung auf ein Frühbeet mit Arrestanten umgesetzt wird und begleitend Grundkenntnisse von Pflanzenkunde und –pflege vermittelt werden. Die Arrestanten haben dieses Angebot positiv aufgenommen und der Förderverein beteiligte sich mit dem Kauf der Pflanzen, Saatgut und Gartengeräten.
Im Jahr 2005 war eine Konsolidierung der Mitgliederzahlen zu verzeichnen; ein Mitglied konnte geworben werden und es erfolgten keine Austritte. Der Verein umfasst derzeit 32 Mitglieder. Unser Gründungsmitglied Joachim Röstel ist im Frühjahr verstorben, was uns mit großer Trauer erfüllt.

2006 – Umbau und Renovierung der JAA

Im Jahr 2006 standen umfangreiche Umbauarbeiten im Mittelpunkt der Aktivitäten, die sich um die Sanierungs- und Renovierungsarbeiten des Hauses I und Arbeiten auf dem Außengelände bezogen. Die Unterstützung des Fördervereins richtete sich deshalb auf die dadurch erforderlichen Begleitarbeiten und teilweise Neuanlage der in Mitleidenschaft gezogenen Sportanlagen wie des Fußball- und Beach-Volleyball-Platzes.

Die größte Förderaktion des Vereins bezog sich im Jahr 2006 auf die Neuanlage des Fußball- und Basketballplatzes, der mit neuem "maulwurfsicheren" Unterbau, Fertigrasen und viel Engagement der Vereinsmitglieder Stickel, Zschocke und Mertens sowie Mitarbeitern der JAA im Mai und Juni fertig gestellt wurde. Hier hat der Verein den Hauptteil seiner Mittel in diesem Jahr eingesetzt, wobei die Eigenleistungen zu einer erheblichen Kostenreduktion beitrugen. Diese zentrale Sportstätte der JAA war aus unserer Sicht den Einsatz wert, weil – nicht nur im Jahr der Fußballweltmeisterschaft – Fußballspielen zu den beliebtesten Sportaktivitäten der jugendlichen Arrestanten gehört.
Wegen der notwendigen Anwachsphase für den neu angelegten Fertigrasen des Fußballplatzes fand das traditionelle „Hans-Dasch-Gedenkturnier“ erst im August statt. Wieder beteiligten sich Anwälte, Jugendrichter, Bewährungshelfer, Bedienstete der JAA und natürlich Arrestanten am Turnier. Den geselligen Ausklang des edlen Wettstreits am Grill „unterfütterte“ der Förderverein mit Bratwurst und Getränken. So klang der Tag harmonisch aus.


Ein zweiter Schwerpunkt des Fördervereins bestand in diesem Jahr in der Neuausstattung der JAA mit zeitgemäßer Hardware für die neu konzeptionierte Gruppenarbeit zum effektiven Arbeiten am PC (z.B. Bewerbungstraining). Die Kurse wurden ebenfalls trotz der Einschränkungen während der Bauarbeiten angeboten und sind nach den entsprechenden Umbauarbeiten jetzt für eine erweiterte Gruppengröße von bis zu 9 Arrestanten nutzbar; sie erfreuen sich großen Zuspruchs bei den Jugendlichen und ermöglichen einen hohen Lernerfolg. Für diese Aktivitäten wurden neue Rechner, Flachbildschirme und IT-Technik beschafft, die der Förderverein als zweiten Schwerpunkt seiner Zuwendungen finanziert hat.
Das Modulare Kompetenztraining (MKT) hat sich seit seiner Einführung Ende 2005 zu einem festen Bestandteil des Vollzugs in der JAA entwickelt. Trotz der Umbauarbeiten lief das Training praktisch während der gesamten Umbauzeit weiter, was einen "Kraftakt" angesichts des mit erheblichen Einschränkungen verbundenen Vollzugsbetriebs bedeutete. Zur Unterstützung des MKT hat der Förderverein Sachmittel und den Einsatz einer Dozentin finanziert.

213 Arrestanten/-innen haben im Jahr 2006 an 31 Trainingsmaßnahmen teilgenommen (Abbruchquote: 7,9%). Eine Evaluation von zwei Studenten der Fachhochschule für Sozialarbeit und Sozialpädagogik wurde 2006/2007 durchgeführt, deren Ergebnisse im April 2007 veröffentlicht worden sind und ein durchweg positives Evaluationsergebnis erbracht haben. Insbesondere die Trainingsmaßnahmen mit aktiver handlungsorientierter Teilnehmerbeteiligung wurden als ziel führend hervorgehoben und als Anregung zur Weiterentwicklung der MKT Maßnahmen zur beruflichen Perspektiventwicklung und die Vermittlung werte bezogener Fragen in den Ethik- und Religionskurs empfohlen. Die Erweiterung der Dozententätigkeit für Konflikttraining und Täter-Opfer-Ausgleich mit Unterstützung des Fördervereins ist geplant.

2007 - Konsolidierung der klassischen Förderung

Im Mittelpunkt dieses Jahres standen der „Tag der offenen Tür“ am 29.06.2007 und das „Hans-Dasch-Gedenkturnier“ am 03.06.2007. Für beide Veranstaltungen steuerte der Förderverein die geschätzten Grillspezialitäten und Getränke bei und war bei der ersten Veranstaltung selbst wieder mit einem Infostand, Fotogalerie und Eisverkauf vertreten.
Der größte Ausgabenposten bestand – wie in den vergangenen Jahren – in der Sportförderung, wobei neben der Ersatzbeschaffung für den laufenden Betrieb, ein Spiele tisch mit Billard, Mühle u.a. für den Bereich des Arrestvollzugs der Mädchen sowie das „Hans-Dasch-Gedenkturnier“ besonders hervorzuheben sind.
Das modulare Kompetenztraining hat sich inzwischen zu einer dauerhaften und ausbaufähigen Maßnahme mit vielfältigen sozial therapeutischen Einzelaktivitäten entwickelt, wobei insbesondere für die Vertiefung der Täter-Opfer-Perspektive in Gruppengesprächen eine weitere Dozentin verpflichtet werden konnte, die der Verein finanzierte.
Die Aktivitäten in der Beschäftigungstherapeutischen Werkstatt (BTW) liefen in diesem Jahr – allerdings mit eingeschränktem Umfang – weiter, wobei neben den üblichen Werkarbeiten die Reparatur einer zerstörten Informationstafel des Vereins „Teltower Platte“ im Vordergrund stand, die mit einem Dankschreiben des Landkreises Teltow-Fläming honoriert wurde.
Ersatzmaterial für die Computergruppe, die Garten- und Teich pflege sowie die Erneuerung des Fußballrasens ergänzten die Förderleistungen des Vereins, was nicht zuletzt dazu führte, dass „Arrest im Kieferngrund“ mit Bescheid vom 19.06.2007 die Verlängerung seiner Gemeinnützigkeit bis 31.05.2010 zuerkannt wurde. Auch im Verzeichnis gemeinnütziger Organisationen beim Amtsgericht Tiergarten werden wir weiterhin geführt, nachdem wir einen Rechenschaftsbericht über die Verwendung der Mittel aus Geldbußen abgegeben haben.
Die Mitgliederzahlen bleiben weitgehend konstant und „pendeln“ sich bei rund 30 Förderern ein.

 

 

2008 – Standort und Kapazitätserweiterung im Fokus

Dieses Jahr war geprägt von der politischen Zielsetzung erheblicher Kapazitätserweiterungen der Arrestplätze zur Vermeidung von Abweisungen. In der Folge stand auch Nutzung aller denkbaren Raumkapazitäten, ggf. zu Lasten von Freizeitaktivitäten im Fokus, in letzter Konsequenz auch die Möglichkeit eines Standortwechsels. In dieser dynamischen Gesamtsituation bestand die Zielsetzung des Vereins in der Erhaltung der vorhandenen beschäftigungstherapeutischen Maßnahmen und einer ggf. erforderlichen Anpassung an neue Anforderungen.


Dennoch fand am 31.08.2008 das „Hans-Dasch-Gedenkturnier“ in gewohnter Weise statt und der Verein sorgte mit seinem Beitrag wieder für das leibliche Wohl der sportbegeisterten Akteure und Fans. Die Mannschaften der Anwälte, Jugendrichter, Bediensteten der JAA und Arrestanten lieferten sich engagierte „Fights“, aus denen – wie im Jahr 2007 – die Anwälte siegreich hervorgingen und bei einem erneuten Gewinn in diesem Jahr den Pokal womöglich dauerhaft in ihren Besitz übergehen lassen könnten.
Auch in diesem Jahr stand die Sportförderung der Arrestanten auf Platz 1 der Ausgaben von „Arrest im Kieferngrund“. Dabei bildeten die Neuanschaffung von Alu-Fußballtoren, die Ersatzbeschaffung von Tischtennis-Utensilien und Fußbällen sowie die Wartung der Fitnessgeräte die auffälligsten Ausgabenpositionen.
An zweiter Stelle der Förderungsaktivitäten steht das Modulare Kompetenz-Training (MKT), für das überwiegend die Dozentenfinanzierung (z. B. Anti-Aggressions-Training) für die Gruppenarbeit und Ersatzmaterial für den Erste-Hilfe-Kurs übernommen wurde.
Weitere Sonderaktionen bestanden im Bau eines größeren, selbst gemauerten Grills für Freizeitaktivitäten auf dem Außengelände der JAA; hier wurde die Beschaffung des Grillrostes und von Baumaterial vom Verein unterstützt. Daneben erfolgten die Finanzierung des üblichen Ersatzmaterials für die Computergruppe, die Kochgruppe und die Begleichung der GEMA-Gebühren. Für die Teilnahme an der Tagung der DVJJ, bei der neue Tendenzen im Jugendstrafrecht erörtert werden, erfolgte ein Zuschuss des Fördervereins für mehrere Teilnehmer.
Die Mitgliederzahl liegt weiterhin bei 30 Mitgliedern, es erfolgten keine Neuwerbungen, aber auch keine Austritte.
Für das Jahr 2009 scheint ein Standortwechsel jetzt „vom Tisch“ zu sein, aber eine Kapazitätserweiterung auf dem Gelände des Kieferngrundes ist wohl geplant. Für die Aktivitäten des Fördervereins bedeutet das, dass die klassischen Förderbereiche wie Sport und MKT weiterhin aktiv bleiben, allerdings Sonderaktionen oder die Wiederbelebung der BTW, in die der Verein vor einigen Jahren hoch investiert hat, ein „Sorgenkind“ der künftigen Entwicklung bleiben.
Der Verein feiert im Jahr 2009 sein 10-jähriges Bestehen und wird anlässlich des „Tages der offenen Tür“ eine Präsentation der bisherigen Arbeit und Förderleistungen zeigen.

2009 – Umbaumaßnahmen bei Wahrung der sozial therapeutischen Förderung

Bei weiterhin hohen Belegungszahlen von ca. 1.400 Arrestanten in diesem Jahr (durchschnittliche Anwesenheit von 40 Jugendlichen in der JAA) haben sich die Planungen der Umbaumaßnahmen und Übergangsunterbringung der Bedienstesten und Arrestanten bei laufendem Betrieb und Aufrechterhaltung des sozial therapeutischen Maßnahmepakets im Zentrum der Organisationstätigkeit der Verantwortlichen der JAA bewegt. Für den Förderverein bedeutete diese Ausgangssituation die Konsolidierung bewährter Maßnahmen unter Einbezug der mittelfristigen Perspektive der Neuanlage sämtlicher Outdoor-Einrichtungen wie Fußball- und Beach-Volleyball-Platz.

Gleichzeitig waren in diesem Jahr des 10-jährigen Bestehens von „Arrest im Kieferngrund“ wieder ein „Tag der offenen Tür“ am 5. Juni 2009 und das „Hans-Dasch-Gedenkturnier“ am 6. September vom Förderverein zu unterstützen. Dies geschah in bewährter Weise mit einem eigenen Informationsstand und zum Jubiläum speziell ge-fertigten Banners sowie Bereitstellung von Grillgut und Getränken wie diesmal auch des in eigener Regie übernommenen Kuchenverkaufs am 5. Juni 2009. Einige der JAA verbundene Firmen beteiligten sich diesmal wieder mit Geld-
und Sachspenden.  
Das Fußballturnier am 6. September brachte wieder sechs Mannschaften aus Anwälten, Jugendrichtern, Jugendgerichtshelfern, Bediensteten der JAA und Arrestanten, diesmal auch wieder der JAA Königswusterhausen zu einem packenden Turnier zusammen. Siegreich waren – wieder einmal – die Anwälte von CMS Hasche Sigle. Nach ihrem dreimaligen Turniersieg konnten sie den Pokal endgültig mit nach Hause nehmen, wo er hoffentlich einen würdigen Platz im Regal einnehmen wird.
Die größte Ausgabenposition bestand – wie in den Jahren zuvor – in der Unterstützung von Sportaktivitäten, diesmal eher der Beschaffung von Ersatzmaterial für den Kicker, Fußbälle und Tischtennis. Größere Projekte im Außenbereich wurden angesichts der geplanten Umbaumaßnahmen nicht begonnen.
Neben der Übernahme der GEMA-/GEZ-Gebühren, die künftig aus den Haushaltsmitteln der JAA finanziert werden sollen, wurden die Malgruppe, der Computer-Kurs, „Sozialtabak“, Versicherungskosten für den anstaltseigenen Transportanhänger und weiterer „Overhead“ wie Zahlscheine für Geldauflagen und den Internetauftritt des Vereins finanziert. „Beschäftigungstherapeutische Werkstatt“ (BTW) und „Modulares Kompetenz-training“ (MKT) haben wegen reduzierter Aktivitäten angesichts der Umbaumaßnahmen und Personalengpässen 2009 keine Mittel abgerufen.


Entsprechend der in fast allen Bereichen reduzierten Ausgaben und der im Jahr 2008 verstärkten Mitteleinwerbung hat sich 2009 die Einnahmesituation erheblich verbessert. Die in nächster Zeit geplanten Umbaumaßnahmen mit reduzierten Aktivitäten im Außenbereich erfordern deshalb die zweckgebundene Bildung von Rücklagen, die nach Abschluss der Erweiterungsbauten kurzfristig abgerufen und eingesetzt werden können. Die bis dahin zurückgelegten Mittel sollen künftig für die BTW, Dozenten/-innen für MKT, Sport, Mädchengruppe und Erste-Hilfe-Kurs sowie Sportgeräte zur Erweiterung des Fitnessraums verwandt werden. Im Jahr 2010 wird erneut der Freistellungsbescheid von Umsatz- und Körperschaftssteuer beim Finanzamt für Körperschaften I zur  weiteren Erhaltung der Gemeinnützigkeit beantragt.

2010 – Indoormaßnahmen und Vorbereitung des Umzugs

Das Jahr war geprägt von den Unsicherheiten und Planungen für eine neue bzw. erweiterte Jugendarrestanstalt, des Umzugs in eine Zwischeneinrichtung und der Konsolidierung der vorhandenen Maßnahmefelder. Die Zielperspektiven bestanden in der Ausweitung des Dozententeams für das Modulare Kompetenztraining (MKT), die Wiederaufnahme des Lehrbetriebs in der Beschäftigungstherapeutischen Werkstatt (BTW), die Einrichtung einer Mädchengruppe mit wechselnden Themenschwerpunkten und die Anschaffung von Fitnessgeräten für den Sportraum.
Daneben lief weiterhin die Unterstützung des Hans-Dasch-Gedenkturniers für Fußballfreunde mit anschließendem Imbiss am Grill. Auch in diesem Jahr beteiligten sich wieder die „üblichen Verdächtigen“ am Turnier, erstmals seit mehreren Jahren auch wieder die JAA Königswusterhausen. Siegreich waren diesmal die Bewährungshelfer. Auf Empfehlung der Mitgliederversammlung 2010 beteiligte sich der Förderverein am „Tag der offenen Tür“ des Kriminalgerichts Moabit am 18.09.2010. Es wurde die gleiche Standbetreuung wie zu den entsprechenden Veranstaltungen der JAA sichergestellt. Als Novum boten wir eine Waffelbäckerei an, die angesichts des kühlen und regnerischen Wetters sowie einer im Freien, weitab von den Veranstaltungen positionierten Cafeteria, regen Zuspruch fand, so dass sich vor dem Stand des Fördervereins lange Schlangen bildeten. Deshalb ergaben sich viele Möglichkeiten zu Informationsgesprächen und „Networking“, die auch in einige Vorschläge für künftige Maßnahmen in der JAA einmündeten.
Unser Webauftritt wurde um ein Besucherportal für Mitglieder des Vereins und andere Interessierte erweitert, um die Kommunikation, Anregungen und Tipps schneller auszutauschen und dem Förderverein eine moderne Netzexistenz zu geben. Im Mai erhielten wir nach einem erneuten Antrag, der alle drei Jahre erneuert werden muss, vom Finanzamt für Körperschaften einen Freistellungsbescheid für die Jahre 2010 bis 2013, der uns die Gemeinnützigkeit für diese Zeit bestätigt, so dass wir von Umsatzsteuern befreit sind.
Bei der Förderung standen Sportmaßnahmen wieder im Vordergrund, die in 2010 vorwiegend in der Beschaffung von Ersatzbedarf  für den Kicker, Fußbälle und Tischtennisequipment bestanden. Auch die BTW wurde mit Materialien, Werkzeugen und Maschinen finanziell unterstützt, nachdem wieder Werkstattbeamte des Vollzugsdienstes eingesetzt werden konnten. Auch die Computergruppe war wieder aktiv, hier wurde ebenfalls vorwiegend Ersatzmaterial und Software benötigt. Außerdem ist ein Internetzugang für Schulungszwecke neu eingerichtet worden, den der Förderverein finanziert. Die personelle Besetzung mit einem/mehreren Dozenten ist noch nicht abgeschlossen, hier wird ein Antrag der JAA bzw. einzelner Bediensteter erwartet. Auch die GEMA-/GEZ-Gebühren werden weiterhin vom Förderverein finanziert, wiewohl hier aus Sicht des Vereins eine haushaltsnotwendige Pflichtaufgabe der SenJust besteht.
Weiterhin wurden die Beschäftigungsangebote und „kleinen“ sozialtherapeutischen Maßnahmen wie Malgruppe, Garten und Teichbetreuung, Kochen und Backen, “Girls Day“ u. a. mit kleineren finanziellen Beiträgen unterstützt, ebenso wie das MKT bei der Beschaffung kleinerer Ersatzmaterialien.
Insgesamt wurden bestehende Maßnahmen durch Materialien und Ersatzbeschaffungen konsolidiert, aber sowohl im Außenbereich als auch bei der Gewinnung weiterer Dozenten zur Intensivierung der wichtigen Maßnahmen wie des MKT, der BTW und des Computerkurses bestehen für das nächste Jahr noch Optimierungsmöglichkeiten.

Veranstaltungen des Vereins

Der Förderverein der Jugendarrestanstalt hat in größeren zeitlichen Abständen Veranstaltungen finanziert, die sich mit Fragen des Jugendarrests bzw. der Jugendkriminalität auseinandersetzen und namhaften Experten ein Forum zur Diskussion bieten, wo sich Interessierte über Problembereiche informieren und neue Perspektiven für die eigene Arbeit gewinnen können.

Ausdrucksformen von Rechtsradikalismus (2001)

Die erste Veranstaltung dieser Reihe fand am 23. November 2001 in der Jugendarrestanstalt Berlin statt und hatte das Thema: "Rechtsextremismus als alltägliches Gesamtphänomen". Entstehung und Erscheinungsbild des Rechtsradikalismus im Jugendarrest im praktischen Arbeitsalltag der Bediensteten wurden einer wissenschaftlich und fachlich fundierten Analyse unterzogen. Eingeladen waren Jugendrichter, Staatsanwälte, Jugendgerichtshelfer und Sozialarbeiter. Der Referent, Herr Dr. Erb konnte für die Betreuungskräfte wichtige Denkanstöße und Anregungen für die tägliche Arbeit geben.

Jugendliche Intensivtäter (2003)

Ein zweiter Schwerpunkt der Tätigkeit des Fördervereins im Rah-men der Diskussionsforen fand am 1. Oktober 2003 mit einer Podi-umsdiskussion zum Thema "Jugendliche Intensivtäter in aller Munde - und im Arrest?" unter Beteiligung von Senatorin Schubert, Senator Dr. Körting, Herrn Fiedler, Prof. Dr. Plewig, Frau Schubert und Herrn Dasch als Diskussionsleiter in der Jugendstrafanstalt Berlin statt.


Mit etwa 200 Teilnehmern erreichte die Veranstaltung eine hohe Resonanz beim Fachpublikum und regte die gerade beginnende Diskussion um die praktischen Konsequenzen aus der Intensivtäterproblematik an. Auch das Presseecho (Berliner Morgenpost, Berliner Kurier) war durchweg positiv. Die Zukunft wird zeigen, ob weitere Veranstaltungen mit aktuellen Fragestellungen folgen werden.

 

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